Kheuól – Was macht ein französischbasiertes Kreol in Brasilien?

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Das Amazonian French Creole (nach Alleyne & Ferreira 2007) ist eine Kreolsprache, die von
den Karipúna und Galibi-Maworno sowohl in Guyana, als auch in dem im Nordosten
Brasiliens gelegenen Bundestaat Amapá gesprochen wird. Darüber hinaus wird sie als lingua
franca von anderen indigenen Völkern der Region, beispielsweise den Palikur und den
Waiãpi, verwendet.
Kreolsprachen weisen lexikalische und grammatische Einflüsse der Kolonialsprache, sowie
einer oder mehrerer indigener Sprachen auf. Im Fall des Kheuól – so die Selbstdenomination
auf brasilianischer Seite – haben wir es mit einer komplexen Situation zu tun, in der neben
dem französischen Superstrat und Sprachbundphänomenen auch das Portugiesische als
Prestigesprache in die Analyse mit einbezogen werden muss. Als Substrat diente auf Seiten
der Karipúna eine Tupi-Sprache, während die Galibi-Maworno ursprünglich Galibi do
Oiapoque gesprochen haben, eine Karib-Sprache, die sie noch bei traditionellen Gesängen
verwenden.
Nach einer Einführung in die linguistische Situation des Grenzgebietes zwischen Guyana und
Brasilien soll aufgezeigt werden, welche Phänomene des Kheuól sich auf das Portugiesische
und im Besonderen das Französische zurückführen lassen. Dabei geht es vor Allem um
systematische Lautkorrespondenzen, die Silbenstruktur und Artikelagglutination. Als
Datengrundlage dienen Wörterlisten (vor allem Picanço-Montejo 1988 und Tobler 1987),
sowie eine eigene Wörterliste und Texte, die ich während meiner Feldforschungsreise von Juli
bis Oktober 2011 aufgezeichnet habe.

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